Kunst und Kalligrafie in der Pfaffenhofener Moschee

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Kunst und Kalligrafie in der Pfaffenhofener Moschee: Internationaler Kulturverein gibt Broschüre heraus

Eine Broschüre über die Pfaffenhofener Moschee hat jetzt der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) herausgegeben. Damit wird die Entstehung der Moschee dokumentiert, die schönen Räume werden gezeigt und nicht zuletzt werden die kalligrafischen Schriftzüge vom Arabischen ins Deutsche übersetzt. Das 20-seitige DIN A-5-Heft liegt im Rathaus, im Haus der Begegnung, im Seniorenbüro und bei der Stadtverwaltung kostenlos zum Mitnehmen aus und wird künftig auch bei Führungen in der Moschee verteilt. Im pdf-Format ist die Broschüre hier zum Herunterladen (Dokument im PDF-Format, Dateigröße 6,1 MB) zu finden.


Moschee-Broschuere Titelseite-k.jpg Fotos Copyright: die-pixelstube

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Moschee-Broschüre


Die Moschee der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde gilt als Vorzeigeprojekt der Stadt Pfaffenhofen im Sinne einer gelungenen Integration muslimischer Mitbürger. Das Gebäude an der Hohenwarter Straße ist allseits als sehr gelungen anerkannt, und viele Bürger aus der Stadt und der weiteren Umgebung haben bereits an Führungen teilgenommen.

Vor allem die Drehung des Obergeschosses, durch die eine Ausrichtung des Gebetsraumes nach Osten ermöglicht wurde, gibt dem Bauwerk eine raffinierte Note. Im Inneren besticht vor allem der lichtdurchflutete, wunderschön gestaltete Gebetsraum mit seiner Bemalung und Kalligrafie. In der Broschüre wird das durch ein tolles Drohnenfoto von Karl Ebensberger und schöne Aufnahmen von Florian Schaipp und Elisabeth Steinbüchler deutlich.

Die kalligrafischen Schriftzüge waren es übrigens auch, die den Internationalen Kulturverein zur Erstellung der Broschüre veranlassten, wie der Vorsitzende Sepp Steinbüchler erläutert: „Immer wieder wurden Fragen gestellt, was die Schriftzüge bedeuten. Und aus gewissen Kreisen gab es sogar Unterstellungen, dass dort gewaltverherrlichende Worte oder womöglich Aufrufe zur Gewalt stünden.“

Diesen Behauptungen und Vorurteilen wollte der IKVP entgegentreten. So ließ er jede einzelne Kalligrafie fotografieren, von der aus Marokko stammenden Pfaffenhofenerin Najat Ailabi-Hasekamp übersetzen und in die Broschüre aufnehmen. Ausnahmslos handelt es sich dabei um Auszüge aus wichtigen Suren des Koran und um die bedeutendsten Namen des Islam. Mehrmals werden die Namen Allah und Mohammed kalligrafisch dargestellt, und auch die Namen der vier „recht geleiteten Kalifen“ sowie der Enkel des Propheten Mohammed finden sich an den Wänden des Gebetsraumes.

Interessante Informationen und Fotos enthält die neue Broschüre auch zu der Vorgeschichte und Entstehung der Pfaffenhofener Moschee. Viele Pfaffenhofener werden sich noch an die früheren Räume der Ditib-Gemeinde an der Kellerstraße erinnern. Der Gebetsraum der Männer war sehr beengt, und die Frauen verrichteten ihre Gebete in einem kleinen Kellerraum. Die Beschreibung „unwürdig“ war oft zu hören – vor allem von den deutschen Gästen, die schon damals regelmäßig zum gemeinsamen Fastenbrechen eingeladen wurden.

Ab 2004 erfuhr die türkisch-islamische Gemeinde breite Unterstützung im von Sepp Steinbüchler geleiteten christlich-islamischen Dialog. Seit der Gründung des Internationalen Kulturvereins im Jahr 2009 ist Ditib ein aktives Mitglied in Partnerschaft mit der Stadt, den christlichen Kirchen, sozialen Organisationen und vielen engagierten Bürgern. Mit Hilfe des IKVP gelang es Ditib 2011 endlich, das Baugrundstück an der Hohenwarter Straße zu erwerben, und im Juni 2015 konnte die Eröffnung der Moschee mit Kultur- und Gebetsräumen gefeiert werden.

Die Ditib-Gemeinde zeigt sich offen und lädt regelmäßig – wenn Corona es zulässt – zu ihren Kermes-Festen und Tagen der offenen Tür ein. Auch Führungen durchs Haus und vor allem den schönen Gebetsraum werden gern angeboten. Dabei ist das neue Info-Heft künftig sehr hilfreich. Der Ditib-Vorsitzende Recep Bal bedankte sich daher ganz herzlich bei Sepp Steinbüchler und dem ganzen IKVP für die gelungene Broschüre.


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Übergabe der Broschüre
Foto: E. Steinbüchler