3-Tisch-der-Religionen

Aus IKVP
Wechseln zu: Navigation, Suche


3. Tisch der Religionen in Pfaffenhofen am 9.7.2010

Türkisch-islamische Gemeinde DiTiB stellte sich vor

Pfaffenhofen (lbe) Zum 3. „Tisch der Religionen“ trafen sich am Freitagabend rund 50 Vertreter der in Pfaffenhofen vertretenen Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie die 3. Bürgermeisterin Monika Schratt und der Integrationsreferent des Stadtrats, Reinhard Haiplik. Nach der katholischen Stadtpfarrei und der evangelisch-lutherischen Gemeinde hatte diesmal die türkisch-islamische Gemeinde DiTiB dazu eingeladen.

Wegen ihrer beengten Räumlichkeiten hatten die DiTiB-Verantwortlichen eigens ein Zelt vor dem Gebetshaus an der Kellerstraße aufgestellt. Der Vorsitzende Recep Bal und weitere DiTiB-Vertreter stellten die Gemeinde und ihre Aktivitäten vor. Aykan Inan aus Regensburg, der hauptamtliche Dialogbeauftragte von DiTiB in Südbayern, stellte ein neues bundesweites Projekt „ProDialog“ vor, an dem auch zwei Pfaffenhofener teilnehmen.


Musikeinlage beim 3. Tisch der Religionen in Pfaffenhofen, Foto: Benen (c) Musikeinlage
Foto: Benen (c)

Mustafa Burma und Bilal Karahan boten eine musikalische Einlage und Ali Tekin sang einige arabische Verse aus dem Koran. Sehr interessant und anschaulich war auch die Moschee-Führung – wobei es sich bei der „Moschee“ bisher immer noch um den viel zu kleinen Gebetsraum handelt, für den DiTiB schon seit vielen Jahren einen Ersatz sucht. Der Wunsch nach einer neuen Moschee war aber an diesem Abend kein Thema.

Führung in der Moschee beim 3. Tisch der Religionen in Pfaffenhofen, Foto: Benen (c) Führung in der Moschee beim 3. Tisch der Religionen in Pfaffenhofen, Foto: Benen (c) Führung in der Moschee beim 3. Tisch der Religionen in Pfaffenhofen, Foto: Benen (c)
Bei der Führung in der Moschee
Fotos: Benen (c)

Die DiTiB-Frauen hatten ein Büfett mit pikanten und süßen türkischen Spezialitäten vorbereitet, das die Gäste sich gern schmecken ließen. Die Frauen sind in ihrer Gemeinde aber auch auf ganz anderen Gebieten aktiv, wie sie erläuterten. So gibt Hatice Bal, die Frau des Vorsitzenden, den Frauen Koran-Unterricht und Gösku Sahin leitet die Jugendtanzgruppe. Aysel Erdem fungiert als Frauenbeauftragte und sie gehört dem Vorstand des Internationalen Kulturvereins an. Ayse Burma leitet das regelmäßige Frauenfrühstück, zu dem sich viele Türkinnen alle zwei Wochen im Gebetshaus treffen.

Auch die Lehrerin Ayfer Kaya Yildiz, die seit sechs Jahren an den Schulen im Landkreis Pfaffenhofen islamischen Religionsunterricht gibt, stellte sich vor, ebenso wie ihr Kollege Mehmet Emin Deniz, der seit zwei Jahren türkischen muttersprachlichen Unterricht an den Schulen erteilt und zudem an der vhs Türkischkurse für Deutsche leitet.

Wie Recep Bal erläuterte, wurde die türkisch-islamische, überwiegend sunnitische Gemeinde Pfaffenhofen im Jahr 1988 unter dem Dachverband DiTiB gegründet. Inzwischen ist etwa die Hälfte der türkischen bzw. türkischstämmigen Familien in Pfaffenhofen bei DiTiB organisiert. Insgesamt leben in der Kreisstadt heute 701 Personen türkischer Abstammung und davon sind 143 bereits eingebürgert.

Die 3. Bürgermeisterin Monika Schratt betonte, dass DiTiB ein wichtiger Ansprechpartner für die Stadt Pfaffenhofen sei. Kritisch sah sie aber die Ausbildung der Imame, die bisher immer noch in der Türkei und nicht in Deutschland erfolgt, sodass die Vorbeter häufig wechseln und nahezu ohne Deutschkenntnisse hierher kommen.

Stadtrat Reinhard Haiplik bezeichnete DiTiB als „gelungenes Beispiel für interkulturelle und interreligiöse Zusammenarbeit“, die einen wichtigen Beitrag zur Verständigung leite. „Die internationale Kulturarbeit muss Bestandteil der städtischen Kulturarbeit sein“, forderte Haiplik und erinnerte an die Segnung des Hauptplatzes durch die verschiedenen Glaubensgemeinschaften, die den Besuchern „die kulturelle Vielfalt bewusst gemacht“ habe.

Als „wichtigen Schritt“ bezeichnete auch Sepp Steinbüchler, der Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins, die Hauptplatz-Segnung, für die er sich bei der Stadt Pfaffenhofen und allen Beteiligten herzlich bedankte. Der „Tisch der Religionen“ diene dem gegenseitigen Kennenlernen und er gebe nacheinander allen Religionsgemeinschaften Gelegenheit sich vorzustellen, erklärte Steinbüchler. Gemeinsam mit dem Gemeindeleiter Dr. Volker Stagge konnte er bereits zum nächsten Treffen am 26. November in die Neuapostolische Kirche Pfaffenhofen einladen. In den Interkulturellen und Interreligiösen Wochen im Mai 2011 werden dann die Pfaffenhofener Buddhisten die Gastgeber am 5. Tisch der Religionen sein.