Fortsetzung

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Inhaltsverzeichnis

Beiratssitzung 2017

Die Planung der Interkulturellen und Interreligiösen Tage 2018 und aktuelle Berichte aus dem Vorstand standen am Mittwochabend, dem 29.11.2017, im Mittelpunkt der Beiratssitzung des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen (IKVP). Ein wichtiges Thema des Abends war die Zukunft der städtischen Integrationsstelle, die womöglich von 2,5 auf 1,5 Stellen reduziert wird.

Die Sitzung fand erstmals im Zentrum für Berufs- und Familienförderung, dem ehemaligen BRK-Haus, an der Rot-Kreuz-Straße statt, in dem auch die neue Geschäftsstelle des Vereins untergebracht ist. Ab Januar will der Kulturverein hier regelmäßige Sprechstunden anbieten. Telefonisch ist die Geschäftsstelle bereits unter 08441/7869227 erreichbar.

Wie Sepp Steinbüchler, der Vorsitzende des Kulturvereins, erläuterte, will der Verein eine neue Arbeitsgruppe gründen, um die Veranstaltungsreihe „Tisch der Religionen“ fortzuführen und gemeinsame Veranstaltungen der Kirchen und Religionsgemeinschaften vorzubereiten. Er bedauerte sehr, dass es in der katholischen Stadtpfarrei St. Johannes Baptist im Januar 2018 keinen Neujahrsempfang der Religionen mehr geben wird, sondern stattdessen ein Empfang für die Ehrenamtlichen der Pfarrei geplant ist. Seit 2009 hatte es den Neujahrsempfang der Religionen gegeben, und er war immer eine willkommene Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und trug mit unterschiedlichen Referenten und Themen auch zu mehr Verständnis bei. Als Ersatz will die Stadtpfarrei eventuell eine Veranstaltung im Bürgerpark organisieren.

Steinbüchler konnte zwei Mitarbeiterinnen der städtischen Koordinierungsstelle für Integration, Frederike Gerstner und Fatiha Boulla, zu der Sitzung begrüßen, und er dankte ihnen ganz herzlich für ihre engagierte Arbeit. Allerdings werden die beiden Vollzeit-Mitarbeiterinnen Frederike Gerstner und Asja Priester demnächst Pfaffenhofen verlassen – und es wird womöglich nur eine der beiden Stellen neu besetzt. Bisher jedenfalls ist nur eine Stelle neu ausgeschrieben, und der Stadtrat wird wohl am kommenden Donnerstag darüber entscheiden.

Auch wenn derzeit nicht mehr so viele Flüchtlinge kommen wie vor zwei Jahren, als die städtische Integrationsstelle ins Leben gerufen wurde, gibt es in Pfaffenhofen nach wie vor rund 230 dezentral untergebrachte Asylbewerber in verschiedenen Verfahren. Mehr waren es auch zu Spitzenzeiten nicht – sieht man einmal von den zeitweise im Erstaufnahmelager auf der Trabrennbahn untergebrachten Flüchtlingen ab. „Aber Integration ist eine langfristige, bleibende Aufgabe, und eigentlich kann die Integration jetzt erst so richtig beginnen“, hieß es in der Sitzung. Und gerade angesichts der aktuellen Stimmung im Land wären stärkere Bemühungen um Integration notwendig, war man sich einig.

Sepp Steinbüchler belegte diese Notwendigkeit mit einigen Zahlen aus der Pfaffenhofener Einwohnerstatistik. Demnach haben sich die Ausländerzahlen in Pfaffenhofen in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt, und im Jahr 2017 sind sie nochmals um 200 auf knapp 3.500 angestiegen. „Der Migrantenanteil steigt überproportional, und die Integrationsstelle ist notwendiger denn je“, betonte Steinbüchler und richtete einen dringenden Appell an den Stadtrat, wieder zwei Stellen zu besetzen.


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Sepp Steinbüchler dankt im Namen des IKVP Frau Gerstner
Foto: E. Steinbüchler


Dem schloss sich auch der städtische Integrationsreferent Reinhard Haiplik an, der sich in der Stadtratssitzung für die Beibehaltung von zwei Vollzeitstellen einsetzen will. Er bedankte sich bei Frederike Gerstner und ihren Kolleginnen für ihre unermüdliche Arbeit und erklärte: „Diesen drei Damen ist es mit zu verdanken, dass die negative Stimmung in Pfaffenhofen nicht so stark ist wie anderswo.“ Seiner Meinung nach wäre es ein fataler Fehler, eine Stelle zu streichen, denn das könnte schlimme Konsequenzen haben. „Stattdessen sollten wir aufbauen auf das, was geleistet wurde; in der Integration gibt es noch so viel zu tun“, betonte Haiplik.

Als sehr erfreulich bezeichnete es Sepp Steinbüchler dagegen, dass der Landkreis eine Förderung des Bundes nutze und es im Landratsamt jetzt ein Sachgebiet Integration mit einer neuen Leiterin und einer zweiten Mitarbeiterin gebe.

Peter Sauer, der Leiter der vhs im Landkreis Pfaffenhofen, berichtete über die Deutsch-Förderung, deren Umfang im Landkreis deutlich gesteigert werden konnte. Derzeit gebe es 14 Integrationskurse mit 233 Teilnehmern. Zehn Integrationskurse seien heuer neu gestartet, davon zwei für Analphabeten, und neu sei auch ein weitergehender Kurs, in dem vor allem Deutsch für den Beruf unterrichtet werde.


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Zwei Junge syrische Familien auf Wohnungssuche

Die Lage auf dem Immobilienmarkt in Pfaffenhofen ist sehr angespannt. Haben es schon Einheimische schwer, eine Mietwohnung zu finden, ist es für Ausländer noch viel schwieriger. Ein akuter Fall (Stand 1. August 2017) sind zwei junge syrische Familien – allesamt anerkannte Flüchtlinge –, die seit vielen Monaten jeweils in einem Zimmer auf engstem Raum leben. Trotz langer intensiver Suche bekommen sie einfach keine Wohnung.


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Ahmad (33) und Mahmoud (28) sind Brüder. Beide sind verheiratet, Ahmad hat zwei Kinder im Alter von sieben und zwei Jahren, Mahmoud hat eine zweijährige Tochter.
Fotos: E. Steinbüchler


Sie stammen aus Syrien und haben in Damaskus als Heizungstechniker gearbeitet. Mahmoud ist 2015 nach Pfaffenhofen gekommen, Ahmad folgte 2016, und seitdem sind sie beide auf Wohnungssuche. Unterstützt werden sie dabei von ihrer Schwester Wafaa, die ebenfalls in Pfaffenhofen lebt und vor ein paar Monaten in Eberstetten das arabische Restaurant „Sahara“ eröffnet hat. Aber auch sie war bisher erfolglos. Jetzt hat sie sich an den Internationalen Kulturverein Pfaffenhofen gewandt, in der Hoffnung, dass Sepp Steinbüchler und seine Mitstreiter im Arbeitskreis Asyl etwas für ihre Brüder tun können. Steinbüchler besuchte die beiden Familien und zeigte sich sehr betroffen von ihrer Situation.

Die beiden Brüder wohnen mit ihren beiden Frauen und den drei Kindern in einer Pension neben dem arabischen Lokal in Eberstetten. Die Miete zahlt das Jobcenter. Jede Familie hat ein einziges Zimmer, also 18 oder 20 Quadratmeter für drei bzw. vier Personen. Eine eigene Küche haben sie nicht, sondern sie teilen sich die Gemeinschaftsküche im Erdgeschoss mit anderen Pensionsgästen. Aber essen können sie dort nicht: Sie müssen ihre Gerätschaften und die Zutaten immer zwei Stockwerke nach unten transportieren und dann das fertige Essen wieder nach oben ins Zimmer. Die Gemeinschafts-Waschmaschine ist derzeit defekt. Zum Waschen gehen die beiden jungen Frauen zu ihrer Schwägerin.

Ahmad erzählt von seinem siebenjährigen Sohn: Oday geht in die erste Klasse der Niederscheyerer Schule, hat aber einfach keinen Platz und keine Ruhe, um seine Hausaufgaben konzentriert zu machen und zu lernen. Seine Matratze haben seine Eltern in eine dunkle Ecke ihres Zimmers, hinter einen Schrank, gelegt, damit er abends rechtzeitig einschlafen kann.

Beide Familien sind als Flüchtlinge anerkannt, und die beiden Männer besuchen einen Integrationskurs bei der vhs, während die Frauen bei den kleinen Kindern daheim sind. Nebenbei hätten Ahmad und Mahmoud gern einen Minijob, aber noch viel wichtiger wäre ihnen endlich eine richtige Wohnung. Die Miete würde das Jobcenter weiterhin bezahlen. Und nach dem Integrationskurs wollen Ahmad und Mahmoud sowieso unbedingt arbeiten, um selbst genug Geld für sich, ihre Familien und angemessene Wohnungen zu verdienen.

Bei der Frage, ob sie gern zusammen bleiben oder lieber zwei getrennte Wohnungen hätten, schütteln sie den Kopf: Das wäre ihnen egal, eine große Wohnung für beide Familien wäre toll, aber auch zwei einzelne würden sie nur zu gern nehmen – Hauptsache, endlich eine ganz normale Wohnung!

Wer eine Wohnung zu vermieten hat und einer der beiden Familien – oder beiden – eine Chance geben will, kann sich an ihre Schwester Wafaa Abou Baker unter Tel. 0173 7455804 wenden. Sepp Steinbüchler ist unter Tel. 08441/800922 oder E-Mail an sepp.steinbuechler@gmx.de zu erreichen.


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Beeindruckendes Friedensgebet und Segnung „Baum der Religionen“

Es war beeindruckend und bewegend und es hatte auch einen höchst politischen Aspekt: Das erste gemeinsame Friedensgebet der Religionsgemeinschaften in Pfaffenhofen fand am 27. Juni am „Baum der Religionen“ im Bürgerpark statt. Der Internationale Kulturverein hatte dazu eingeladen und rund 200 Teilnehmer kamen. Die meisten von ihnen trugen sich zum Schluss auch in zwei Unterschriftenlisten ein, um zwei Aufrufe an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages zu unterstützen gegen die Abschiebung von zwei jugendlichen Flüchtlingen aus Gröbenzell nach Afghanistan und für den Nachzug von Familienangehörigen aus Kriegsgebieten.


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Gospelchor „Voices of Joy“


Musikalisch sehr schön gestaltet wurde das Friedensgebet vom Gospelchor „Voices of Joy“ unter der Leitung von Barbara Scheer. Zum krönenden Abschluss wurden 15 weiße Tauben fliegen gelassen „als Zeichen für die Hoffnung, dass keine Kampfflugzeuge mehr in den Himmel steigen, sondern Friedenstauben“, wie Pastoralreferent Sepp Steinbüchler es ausdrückte.


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Weiße Tauben „als Zeichen für die Hoffnung, dass keine Kampfflugzeuge
mehr in den Himmel steigen, sondern Friedenstauben“


Im Mittelpunkt des Friedensgebetes standen drei junge Männer aus Syrien – zwei Christen und ein Muslim –, die stellvertretend für alle Asylbewerber in Pfaffenhofen über die Gründe ihrer Flucht berichteten. Sharbel, Jakob und Adnan schilderten schier unvorstellbare Grausamkeiten und harte Schicksalsschläge und erzählten, dass sie schlaflose Nächte aus Angst um ihre Eltern und Geschwister haben. Ihre Ausführungen machten die Zuhörer sehr betroffen, ebenso wie zwei Fragen, die einer der Geflüchteten stellte: Warum dürfen sie ihre Familien nicht ins sichere Deutschland holen? Und warum liefert Europa immer noch Waffen an Krieg führende Länder? „Wir würden so gern wieder zurückgehen in unsere Heimat, wenn der Krieg endlich vorbei wäre“, erklärte Adnan.

Sepp Steinbüchler dankte den drei Asylbewerbern für ihren Mut, ihre Geschichte zu erzählen und ihre Fragen öffentlich zu stellen, und betonte: „Wenn das nicht laut gesagt wird, wird sich auch nichts ändern.“ Das Friedensgebet solle ein Zeichen der Solidarität sein, erläuterte Steinbüchler, und der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen habe die Patenschaft für den Baum der Religionen übernommen, um ein sichtbares Symbol für Völkerverständigung, Integration und das friedliche Zusammenleben der Religionen und Kulturen zu setzen. Der Wildkirschbaum war mit 98 bunten Bändern geschmückt, denn in Pfaffenhofen leben Menschen aus 98 Nationen. Die drei jungen Syrer banden nun noch drei schwarze Bänder dazu, im Gedenken an den Krieg und das Leid in ihrer Heimat.


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Schwarze Bänder zum Gedenken an das Leid in ihrer Heimat


Gesegnet wurde der Baum von den Vertretern der katholischen, evangelisch-lutherischen und evangelisch-freikirchlichen Gemeinde und der neuapostolischen Kirche sowie von Muslimen und Buddhisten: Kaplan P. Antony Thattil, Claudia Johannsen, Pastor Lars Müller und Gemeindeleiter Volker Stagge sprachen den Psalm 1 der Bibel. Imam Ayhan Aydin und Jasmina Naguib Agha rezitierten die Sure 1 des Koran. Und Arthur Mayeer5 und Alan Whittaker lasen das „Metta-Sutta“, das „Gebet der Herzensgüte“.


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Segnung des Baumes durch die verschiedenen Vertreter der christlichen, muslimischen und buddhistischen Religion


Mit Fürbitten und einer Stille, einem gemeinsamen Lied aller Teilnehmer und dem gemeinsam gesprochenen Gebet der Vereinten Nationen wurde die Veranstaltung abgerundet. Zum Abschluss ließen die Asylbewerber 15 weiße Tauben fliegen und Sepp Steinbüchler bedankte sich bei allen Mitwirkenden und Teilnehmern. „Wir wollen nichts vermischen, aber es gibt nicht nur ein Nebeneinander, sondern auch ein Miteinander“, betonte er, „und alle gemeinsam tragen wir die Verantwortung für die eine Welt.“


Fotos: E. Steinbüchler


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Einladung: Friedensgebet und Segnung „Baum der Religionen“

Zu einem Friedensgebet mit Segnung des „Baumes der Religionen“ lädt der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen am Dienstag, 27. Juni um 18 Uhr in den Bürgerpark ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Asylbewerber, die aus Kriegsgebieten geflohen sind und über die Situation in ihrer Heimat und die Gründe für ihre Flucht berichten.

Der Internationale Kulturverein hat die Patenschaft für einen „Baum der Religionen“ bzw. einen „Baum des Friedens“ im Bürgerpark, in unmittelbarer Nähe der neuen Ilmbrücke, übernommen. Die Wildkirsche soll als sichtbares Zeichen der Völkerverständigung und für das friedliche Zusammenleben der Religionen, Kulturen und der Integration dienen. Vertreter der christlichen, islamischen und buddhistischen Religionsgemeinschaften Pfaffenhofens werden den Baum am 27. Juni mit einem Gebet segnen.

Musikalisch gestaltet wird das Friedensgebet vom Gospelchor Voices of Joy unter der Leitung von Barbara Scheer. Durch die Veranstaltung führt Pastoralreferent Sepp Steinbüchler. Als Zeichen des Friedens lassen die Teilnehmer zum Abschluss weiße Tauben fliegen.

Der Baum der Religionen befindet sich auf dem Gelände der Gartenschau. Wer am Friedensgebet teilnehmen will und keine Tages- oder Dauerkarte der Gartenschau hat, muss keinen Eintritt zahlen. Ab 17.45 Uhr gibt es am Eingang zum Bürgerpark (Schlachthofstraße) kostenlose Teilnehmerbändchen, die dort gleich nach der Veranstaltung wieder abgegeben werden müssen.

Mit dem Friedensgebet wollen der Internationale Kulturverein sowie die Religionsgemeinschaften ein Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen aus Kriegsgebieten setzen. Auch alle Teilnehmer können ihre Solidarität bekunden, indem sie mit ihrer Unterschrift zwei Aufrufe an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages unterstützen: Da geht es zum einen um die konkrete Forderung, zwei jugendliche Flüchtlinge, die die Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell besuchen, nicht nach Afghanistan abzuschieben, und zum zweiten um die allgemeine Erlaubnis, dass jugendliche Flüchtlinge ihre Familien aus Kriegsgebieten nachkommen lassen können.

Beispielhaft für die Geflüchteten aus den verschiedensten Ländern, die jetzt in Pfaffenhofen leben, werden drei junge Syrer – zwei Christen und ein Muslim - die Geschichte ihrer Flucht erzählen und so den Teilnehmern die dramatische Situation und das Leid der Menschen in Kriegsgebieten verdeutlichen.


Treffpunkt

Dienstag, 27. Juni um 18 Uhr im Bürgerpark am "Baum der Religionen" auf dem Gelände der Gartenschau.


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Diese Wildkirsche im Bürgerpark, in unmittelbarer Nähe der neuen Ilmbrücke,
ist der „Baum der Religionen“ bzw. der „Baum des Friedens“, für den der
Internationale Kulturverein Pfaffenhofen die Patenschaft übernommen hat.
Foto: E. Steinbüchler


Wichtig: Wer keine Tages- oder Dauerkarte der Gartenschau hat, erhält am Eingang zum Bürgerpark ab 17.45 Uhr kostenlos ein Teilnehmerbändchen (siehe oben)

Ausweichtermin bei schlechter Witterung: Dienstag, 4. Juli, 18.00 Uhr


Der Flyer dazu kann hier heruntergeladen werden (Dokument im PDF-Format, Dateigröße ca. 270 kB). Beeindruckendes Friedensgebet und Segnung „Baum der Religionen“


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Tisch der Religionen am 27.Juni 2017

Nachdem alle mitbeteiligten Religionsgemeinschaften am Tisch der Religionen in Pfaffenhofen in den letzten Jahren sich vorgestellt haben, wollen wir beim nächsten Treffen am Dienstag, 27.Juni 2017 um 20.00 Uhr im Katholischen Pfarrheim, Scheyerer Straße 2, Pfarrsaal eine Zwischenbilanz ziehen, miteinander überlegen, wie es weitergeht und Vorschläge dazu von Ihnen sammeln und erste Entscheidungen für die Zukunft treffen.

Wir wollen uns bei einem kleinen Imbiss und Getränken weiter kennen lernen, ins Gespräch kommen und dabei folgende Punkte näher ansprechen:

Vorläufige Tagesordnung:

1. Begrüßung 
2. Kurze Kennenlernrunde der „Neuen“
3. Rückschau und Zwischenbilanz
4. „Wie geht’s weiter?“
   - Vorschläge, Ideensammlung,
   - Beschluss für weiteres gemeinsames sich kennenlernen
5. Anträge, Termine, Wünsche, Sonstiges


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Bei der Mitgliederversammlung 2017: Neuwahlen beim Internationalen Kulturverein

Sepp Steinbüchler bleibt Vorsitzender – Jasmina Naguib Agha und Temel Can als neue Stellvertreter gewählt

Sepp Steinbüchler führt auch in den nächsten zwei Jahren den Internationalen Kulturverein Pfaffenhofen. In der Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Hofbergsaal wurde er einstimmig in seinem Amt als 1. Vorsitzender bestätigt. Bei den Stellvertretern allerdings gibt es zwei neue Gesichter: Nachdem Hans-Günter Gessler und Manfred Büttner nicht mehr kandidiert hatten, wurden Jasmina Naguib Agha und Temel Can neu in den Vorstand gewählt.


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Der neue Vorstand des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen
(von links): Ardian Ndreka, Monika Schratt, Temel Can, Jasmina Naguib Agha,
Reinhard Haiplik, Marita Emrich, Sepp Steinbüchler.

Foto: Elisabeth Steinbüchler


Die drei weiteren bisherigen Stellvertreter Marita Emrich, Monika Schratt und Ardian Ndreka wurden wiedergewählt und bleiben dem Vorstand erhalten, ebenso wie der Integrationsbeauftragte der Stadt Pfaffenhofen, Reinhard Haiplik, der dem Gremium kraft Amtes angehört. Als Kassenprüferinnen stellten sich wieder Renate Popp und Maria Yu zur Verfügung und sie wurden mit einem herzlichen Dankeschön für ihre bisherige Arbeit einstimmig wiedergewählt.

Sepp Steinbüchler bedankte sich herzlich bei Hans-Günter Gessler und Manfred Büttner, die beide dem Vorstand des Internationalen Kulturvereins seit seiner Gründung im Jahr 2009 angehört hatten, für ihr großes Engagement.


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Sepp Steinbüchler (rechts) bedankte sich herzlich bei
Hans-Günter Gessler (links) und Manfred Büttner
für ihre engagierte Mitarbeit im Vorstand seit der
Gründung des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen im Jahr 2009.

Foto: Elisabeth Steinbüchler


Er ging auf die viefältigen Tätigkeiten der beiden ein und nannte beispielhaft Gesslers erfolgreiches Nachhilfe-Projekt, mit dem Migrantenkindern beim Übertritt in weiterführende Schulen geholfen wurde, sowie Manfred Büttners Kompetenz in Sachen Menschenrechte durch seine langjährige Mitarbeit bei amnesty international. Manfred Büttner hat zudem die Homepage des Vereins aufgebaut (www.ikvp-paf.de), deren Pflege er auch weiterhin übernehmen will, und auch seine Mitarbeit in der Leitung des AK Asyl will er fortführen.

Sepp Steinbüchler bedauerte das Ausscheiden seiner beiden langjährigen Mitstreiter sehr, freute sich aber über die Bereitschaft zweier hochmotivierter Mitgleider, künftig in der Veeinsleitung mitzuarbeiten: Temel Can war bereits seit mehreren Jahren als Vertreter der türkisch-islamischen Gemeinde Ditib im Beirat des Internationalen Kulturvereins aktiv. Jasmina Naguib Agha hat eine deutsche Mutter und einen syrischen Vater, sie hat bis 2012 in Syrien gelebt und wohnt seit fünf Jahren mit ihrer Familie in Pfaffenhofen. Seitdem ist sie hier in der Flüchtlingsarbeit engagiert, vor allem als Dolmetscherin, und sie gehört der arabischen Frauengruppe A Sayel an.

Auch die Mitglieder des Beirates galt es zu wählen bzw. zu bestätigen und dies sind: Shemsi Haziri und Shaban Muli (Albanisch-Deutscher Kulturverein Sali Çekaj), Ugur Yürekten (Türkisch-Islamische Gemeinde DiTiB), Fatiha Boulla (Frauengruppe A Sayel), Wafaa Abou Baker (Gruppe Al Salam), Gabi Dettke und Manfred Büttner (AK Asyl), Oanh Nguyen (Asiengruppe), Sepp Steinbüchler (AK Christlich-Islamischer Dialog), Michaela Greguletz (Caritas), Peter Sauer (vhs), Emilie Bergmeister (KEB), Claudia Johannsen und Hannelore Fallmann (Evangelisch-Lutherische Gemeinde), Wolfgang Böhm (Neuapostolische Kirche), Sonja Preller (Bündnis für Familie im Landkreis Pfaffenhofen).


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Mitgliederversammlung im März 2017: Rückblick auf starke Leistungen und Aussicht auf große Herausforderungen

Interkulturelle und interreligiöse Arbeit sowie Integration hat sich der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen seit seiner Gründung im Jahr 2009 auf seine Fahnen geschrieben. Er versteht sich als Interessenvertretung der hier lebenden Migranten und leistet seit fünf Jahren mit seinem AK Asyl und vielen ehrenamtlichen Asylhelfern wertvolle Flüchtlingsarbeit. Mit dem Abebben der Flüchtlingswelle, so erklärte der Vorsitzende Sepp Steinbüchler am 28. März 2017 in der Mitgliederversammlung im Hofbergsaal, will der Verein sein Augenmerk künftig wieder verstärkt auf Migranten legen, „weil aus Asylbewerbern ja auch wieder Bürger der Stadt werden“.

„Wir sind in einer Umbruchsituation“, erläuterte Sepp Steinbüchler und meinte damit auch seine ganz persönliche Situation, die sich in einigen Monaten deutlich auf den Kulturverein auswirken wird: Als Pastoralreferent in der katholischen Stadtpfarrei St. Johannes Baptist geht er Ende August 2017 in den Ruhestand. Einen Nachfolger in der Pfarrei wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Seine bisherige hauptamtliche interreligiöse, interkulturelle und integrative Arbeit im Auftrag des Bistums Augsburg fällt damit weg.

Wie bisher wird Sepp Steinbüchler zwar den Internationalen Kulturverein weiter ehrenamtlich leiten, aber der Umfang seiner Arbeit wird ab September deutlich abnehmen. Außerdem braucht der Verein dann eine Geschäftsstelle, und dafür bietet sich momentan nur die räumlich sehr beengte Anlaufstelle des AK Asyl im ehemaligen Rot-Kreuz-Haus an.

Bevor die Vorstandswahlen durchgeführt wurden (siehe gesonderten Eintrag oben), gaben Sepp Steinbüchler und seine Vorstandkollegen einen umfassenden Tätigkeits- und Kassenbericht für die letzten zwei Jahre. Ein Schwerpunkt lag auf der Flüchtlingsarbeit, da ab dem Herbst 2015 Hunderte von Asylbewerbern nach Pfaffenhofen kamen und im AK Asyl und zeitweise auch im AK Asyl-Erstaufnahme jeweils über 100 Ehrenamtliche aktiv waren. Steinbüchler richtete ein herzliches Dankeschön an alle Asylhelfer und wies auf die Anlaufstelle des AK Asyl hin, in der die AK-Leiterin Gabi Dettke immer montags zwischen 9 und 11 Uhr Sprechzeiten für Asylhelfer und Asylbewerber anbietet.

Als weitere Höhepunkte des Jahres 2015 nannte Steinbüchler die Eröffnung der Moschee an der Hohenwarter Straße und das große Interkulturfestival auf dem Pfarrplatz. Im Jahr 2016 gab es dann wieder eine Veranstaltungsreihe „Interkulturelle und Interreligiöse Tage“, die im zweijährigen Turnus stattfindet. Absoluter Höhepunkt war das Albanische Fest mit der Aufstellung der Mutter-Teresa-Figur auf dem Pfarrplatz und der großen Albanischen Nacht. Viel Aufmerksamkeit zog auch die Ausstellung „Kunst deines Nachbarn“ auf sich, die diesmal Afrika im Fokus hatte und wieder von Carine Raskin-Sander kuratiert wurde.

Im Gespräch, so erläuterte Sepp Steinbüchler, ist der Internationale Kulturverein noch mit Ditib wegen der künftigen Besetzung der Stelle des Imam: Während der jeweilige Vorbeter der türkisch-islamischen Gemeinde bisher immer nur für zwei Jahre aus der Türkei nach Pfaffenhofen gekommen sei und auch kaum Deutsch gesprochen habe, hoffe man jetzt – da es eine eigene Moschee gebe –, dass der künftige Imam vier oder fünf Jahre hier bleiben könne. „Auch hier sind wir in einer Umbruchsituation, und die nehmen wir als Herausforderung wahr“, meinte Sepp Steinbüchler.

Reinhard Haiplik, der Integrationsreferent des Stadtrats, wies auf die Integrationsstelle hin, die die Stadt Pfaffenhofen Anfang 2016 geschaffen hat und in der die Mitarbeiterinnen wertvolle Arbeit leisten. Er erinnerte an kurzzeitige Bestrebungen, einen Integrationsbeirat zu gründen, die aber vor ein paar Jahren schnell wieder fallen gelassen wurden. „Diese Idee sollte man wieder aufgreifen und mit Nachdruck verfolgen“, meinte Haiplik, denn „Integration darf keine Phrase sein. Und auch wenn sich in Pfaffenhofen viele vorbildlich engagieren, gibt es noch viel zu tun.“

Was in den nächsten Monaten zu tun ist bzw. an Veranstaltungen geplant ist, stand als Nächstes auf der Tagesordnung. Der Kulturverein lädt auf der Gartenschau an vier Tagen zu internationalen Märchen ein. Wie Monika Schratt erläuterte, werden am 2. und 30. Juni sowie 15. Juli und 18. August Märchen aus jeweils zwei Ländern erzählt. Geplant sind türkische, kroatische, koreanische, spanische, deutsche, englische und italienische Geschichten für Kinder und Erwachsene.

Ebenfalls auf der Gartenschau, und zwar am „Baum der Religionen“ im Bürgerpark, wird es am 27. Juni um 18 Uhr ein Friedensgebet geben, an dem sich verschiedene Kirchen und Religionsgemeinschaften beteiligen und der Gospelchor „Voices of Joy“ mitwirkt. Wie Sepp Steinbüchler erläuterte, lädt die katholische Stadtpfarrei im Anschluss zum „Tisch der Religionen“ ins Pfarrzentrum ein. Temel Can sprach im Auftrag von Ditib eine Einladung zum Fastenbrechen aus, das am Abend des 29. Mai in der Moschee stattfindet. Die städtische Integrationsstelle, so erläuterte Frederike Gerstner, plant für Juli einen internationalen Frauenbegegnungsabend und freut sich über weitere Interessentinnen, die sich an der Vorbereitung beteiligen wollen.


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Neujahrsempfang der Religionen im Januar 2017

„Flüchtlinge und Asylbewerber. Aufgaben, Herausforderungen und Perspektiven für Religionsgemeinschaften und Kommunen in der heutigen Gesellschaft“ – unter dieses Thema stellte die Katholische Stadtpfarrei St. Johannes Baptist ihren diesjährigen Neujahrsempfang der Religionen im Januar 2017. Pastoralreferent Sepp Steinbüchler als Beauftragter für den Interreligiösen Dialog konnte dazu am Freitagabend Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften und des Internationalen Kulturvereins sowie den Zweiten Bürgermeister Albert Gürtner und den Integrationsbeauftragten Reinhard Haiplik im Pfarrsaal begrüßen.

Referent des Abends war Diakon Ralf Eger, der diözesane Flüchtlingsbeauftragte im Bistum Augsburg, und er machte sich für eine „Begegnung auf Augenhöhe“ mit den Flüchtlingen und ein klares Bekenntnis zur Menschlichkeit und gegen Rassismus stark.


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Beim Neujahrsempfang der Religionen in der katholischen Stadtpfarrei Pfaffenhofen
(von links): der diözesane Flüchtlingsbeauftragte Ralf Eger, Pfarrer Albert Miorin
und Pastoralreferent Sepp Steinbüchler.

Foto: Elisabeth Steinbüchler


Pastoralreferent Sepp Steinbüchler, der zugleich Vorsitzender des Internationalen Kulturvereins ist, erläuterte, dass es derzeit etwa 200 Flüchtlinge und Asylbewerber in Pfaffenhofen gibt. Untergebracht sind sie dezentral in 14 Unterkünften und begleitet werden sie von etwa 100 ehrenamtlichen Asylhelfern unter der Leitung von Gabi Dettke im AK Asyl des Internationalen Kulturvereins. Auch einige Religionsgemeinschaften engagieren sich in der Asylarbeit, wie Sepp Steinbüchler an einigen positiven Beispielen aufzeigte: So gibt es in der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde das One-World-Café mit monatlichen Treffen und einer Fahrrad-Reparaturwerkstatt. Die Freie Christengemeinde „Lebendiges Wort“ lud zusammen mit den Baptisten an Heiligabend Flüchtlinge, Alleinerziehende und Obdachlose zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier in ihre neuen Gemeinderäume ein. Als besonders großzügige Gastgeber erwiesen sich im Sommer 2016 die Mitglieder der türkisch-islamische Gemeinde Ditib: Während des Ramadan luden sie vier Wochen lang jeden Abend rund 150 Asylbewerber zum gemeinsamen Abendessen in die Moschee ein.

Neben der Integration sei es eine wichtige Herausforderung der Zukunft, die Asylhelfer zu begleiten und zu unterstützen, meinte Steinbüchler: „Ich wünsche mir, dass wir offen bleiben, mit offenen Herzen und offenen Türen“.

„Es ist schon Tradition, dass die Stadtpfarrei zum Neujahrsempfang der Religionen einlädt, aber es soll nicht Routine werden“, erklärte Albert Gürtner in seinem Grußwort. „Es ist immer noch etwas Besonderes, dass wir uns treffen – gerade in einer Zeit, die von Unsicherheit und Vorurteilen geprägt ist“, fügte er hinzu und betonte: „Es ist wichtig, dass wir offen bleiben und dass wir im Gespräch bleiben.“ Neben ihren seelsorgerischen Aufgaben, so Gürtner weiter, stehen die Kirchen und Religionsgemeinschaften auch vor einer großen sozialen Herausforderung. Er dankte allen, die den Asylbewerbern vorbehaltlos entgegengehen und sich für Integration einsetzen.

„Flucht ist nicht nur DAS Thema der Jahre 2015 und 2016; Flucht ist ein Menschheitsthema durch alle Jahrhunderte“, betonte Diakon Ralf Eger. Und auch wenn es immer heiße, „das war damals etwas ganz anderes“, seien die Beweggründe, die Schwierigkeiten und die Ängste doch immer die gleichen. „Die Menschen kommen zu uns, weil sie in ihrer Heimat keine Zukunft sehen.“ Es sei wichtig, globale Zusammenhänge und politische Hintergründe im Auge zu behalten und die Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen. „Wir sind nicht unschuldig an den Situationen in den Herkunftsländern. Und wer liefert die Waffen in Kriegsgebiete?“ Die Religionsgemeinschaften, so forderte der Flüchtlingsbeauftragte, müssten sich der Integration bzw. der Inklusion verschreiben. Dabei gab er der Inklusion den Vorzug, da keine Assimilation verlangt werde, sondern Vielfalt und Diversität vorausgesetzt und sogar gewünscht seien. „Die Geflüchteten sollen nicht ‚ganz Deutsch‘ werden, sondern sie sollen an unserer Gesellschaft teilhaben können, denn Kulturen und Religionen können viel voneinander lernen“, führte Ralf Eger aus. Dabei gehe es um die Anerkennung der Person, des einzelnen Menschen, also um eine Begegnung auf Augenhöhe.

Als weitere große Aufgabe der Religionsgemeinschaften bezeichnete der Diakon das Eintreten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. In diesem Zusammenhang komme der interreligiösen Arbeit eine wichtige Rolle als Brückenbauer zu, denn „was ich kenne, muss ich nicht fürchten“.

Die Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Waltraud Daniel bedankte sich mit kleinen Geschenken bei dem Referenten sowie den beiden Flötistinnen Angelika und Kornelia Walter, die den Abend musikalisch umrahmten, und sie lud die Vertreter der verschiedenen Konfessionen und Religionsgemeinschaften zum Kennenlernen und zu Gesprächen am Büfett ein.


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Internationaler Kulturverein Pfaffenhofen eröffnet Anlaufstelle für Flüchtlinge und Ehrenamtliche

Der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen hat jetzt eine Anlaufstelle, vor allem für seinen Arbeitskreis Asyl, eingerichtet. Im ehemaligen Rot-Kreuz-Haus an der Ecke Rot-Kreuz-Straße/Kapellenweg hat der Verein im Lauf des Jahres 2016 ein Büro eingerichtet, in dem Gabi Dettke, die Leiterin des AK Asyl, jetzt regelmäßige Sprechstunden anbietet. (mehr ...)


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Albanisch-deutscher Kulturverein Sali Çekaj Pfaffenhofen feiert mit mehreren Hundert Gästen

Die Unabhängigkeit von Albanien feiert der albanisch-deutsche Kulturverein Sali Çekaj jedes Jahr mit mehreren Hundert Gästen aus der weiten Umgebung. Gespräche und Begegnungen, vor allem aber Musik und Tanz stehen dabei im Mittelpunkt.

Am 3. Dezember 2016 stand die 104-Jahr-Feier auf dem Kalender und dazu konnten der Vereinsvorsitzende Osman Ferizi und Gazmend Dashi sowie die Moderatorin Fiolla Haziri rund 400 Besucher in der Mehrzweckhalle Niederscheyern begrüßen, darunter auch Idriz Zeqiraj, den Vorsitzenden der Demokratischen Liga des Kosovo in München, und Sepp Steinbüchler, den Vorsitzenden des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen.

Idriz Zeqiraj ging auf die Geschichte Albaniens und die Unabhängigkeitserklärung des Jahren 1912 ein, als Albanien sich vom damaligen Osmanischen Reich löste. Sepp Steinbüchler sprach Sali Çekaj seine Anerkennung für die wertvolle Mutter-Teresa-Figur aus, die der Verein im Juni auf dem Pfarrplatz aufgestellt hatte. Auch Osman Ferizi dankte allen Spendern, die mitgeholfen hatten, die mehr als 20.000 Euro teure Bronzefigur zu finanzieren.


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Die Kinder und Jugendlichen des Vereins Sali Çekaj machten den Zuschauern viel Freude mit albanischen Volkstänzen.

Fotos: E. Steinbüchler


Bevor die Besucher – und hier vor allem die festlich gekleideten Frauen und Mädchen – selbst auf die Tanzfläche gingen, zeigten die Kinder- und Jugendtanzgruppen des Vereins in ihren schönen Trachten traditionelle albanische Tänze. Etwa 25 Mädchen und Buben des Vereins treffen sich regelmäßig im Pfaffenhofener Kolpinghaus, wo sie unter der Leitung von Shemsi Haziri Volkstänze einstudieren.


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Der Arbeitskreis Asyl braucht immer noch Verstärkung, Ehrenamtliche Helfer dringend gesucht

Der AK Asyl im Internationalen Kulturverein Pfaffenhofen braucht dringend Verstärkung. Die Zahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die sich um die dezentral in 14 verschiedenen Wohnungen und Häusern in der Stadt untergebrachten Flüchtlinge kümmern, reicht nicht mehr aus. Manche Ehrenamtliche sind sehr engagiert, aber manche brauchen unbedingt Entlastung. Mehrere frühere Helfer sind weggezogen bzw. können aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht mehr mitarbeiten. So gibt es in ein paar Unterkünften derzeit gar keine ehrenamtlichen Betreuer. (mehr ...)


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Mitgliederversammlung am 9. Nov. 2016, Rückblick und Ausschau

Seit seiner Gründung im Jahr 2009 versteht sich der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen als Interessenvertretung der hier lebenden Migranten. Interkulturelle und interreligiöse Arbeit sowie Integration hat er sich auf seine Fahnen geschrieben. Angesichts steigender Flüchtlingszahlen wurde 2012 der AK Asyl als Arbeitskreis im Kulturverein gegründet. Und mit der Flüchtlingswelle 2015, so berichtete der Vorsitzende Sepp Steinbüchler jetzt in der Mitgliederversammlung, hat die Asylarbeit nicht nur den AK, sondern auch den Vereinsvorstand mit vielen Verwaltungsaufgaben massiv in Beschlag genommen.

Die Hilfsbereitschaft der Pfaffenhofener drückte sich im vergangenen Jahr zum Einen in der großen Zahl von ehrenamtlichen Asylhelfern im Erstaufnahmelager auf der Trabrennbahn aus sowie auch in einer großen Spendenbereitschaft. Insgesamt 17.600 Euro an Spenden gingen 2015 beim Kulturverein ein – ein Großteil davon ausschließlich für Asylarbeit –, doch im Jahr 2016 kann davon keine Rede mehr sein. „Seit Februar 2016 gehen fast keine Spenden mehr ein“, erklärte Kassiererin Marita Emrich.

Gleichzeitig ist auch die Zahl der Ehrenamtlichen drastisch zurückgegangen: Seit im April diesen Jahres die Trabrennbahn geräumt ist, haben die meisten der dort tätigen Helfer ihre Arbeit eingestellt. Dabei bräuchte der AK Asyl, der sich um die dezentral in Pfaffenhofen untergebrachten Flüchtlinge kümmert, dringend Verstärkung.

Für die Trabrennbahn hatte der Internationale Kulturverein im Oktober 2015 einen eigenen AK Asyl Erstaufnahme gegründet, der jetzt offiziell aufgelöst wurde. Manche Ehrenamtlichen, die im Erstaufnahmelager im Einsatz waren, haben immer noch Kontakt zu „ihren“ Asylbewerbern, die mittlerweile in München, Eichstätt oder anderen Städten im ganzen Umkreis wohnen. Einige andere sind jetzt in den dezentralen Unterkünften aktiv. Die allermeisten aber haben leider ihre Tätigkeit eingestellt.

Eine wichtige Rolle hat auch die türkisch-islamische Gemeinde DiTiB bei der Betreuung der Asylbewerber auf der Trabrennbahn übernommen: Während des Ramadan wurden jeden Abend rund 150 Personen zum Essen in der Moschee an der Hohenwarter Straße eingeladen. Neben der Asylarbeit hat der Internationale Kulturverein im vergangenen Jahr und auch 2016 eine Reihe weiterer Aufgaben und Aktivitäten absolviert. In seinem Rechenschaftsbericht erinnerte Sepp Steinbüchler an das Interkulturfestival mit über 1000 Besuchern, das im Sommer 2015 auf dem Pfarrplatz stattfand und vom Kulturverein zusammen mit der arabischen Gruppe A Sayel durchgeführt wurde: „Das war das erste große Fest, bei dem sich alle Kulturen der Stadt präsentiert haben.“

Elf Veranstaltungen wurden seit April im Rahmen der Interkulturellen und Interreligiösen Tage 2016 durchgeführt, die zwölfte und letzte steht am 22. November auf dem Kalender, wenn Carine Raskin-Sander im evangelischen Gemeindezentrum eine Einführung in die afrikanische Kunst gibt. Auch die Ausstellung „Die Kunst deines Nachbarn“, die Carine Raskin-Sander bereits zum dritten Mal kuratierte, hatte sich im Frühjahr mit Kunst aus Afrika beschäftigt. Dabei entstand auch der Wunsch einiger Migranten aus Afrika, sich regelmäßig zu treffen, um zu tanzen und ihre Kultur zu pflegen. Derzeit wird noch ein Raum für diese Gruppe gesucht. Die mit Abstand größte interkulturelle Veranstaltung war im Juni das deutsch-albanische Fest mit Aufstellung der Mutter-Teresa-Statue des albanisch-deutschen Kulturvereins Sali Çekaj. „Das war eine riesengroße Leistung von Sali Çekaj und ein tolles Fest mit vielen internationalen Gästen“, betonte Steinbüchler. Viel Anklang fand auch das Gastspiel „Bavaturka“ der Unterbiberger Hofmusik und abgerundet wurde die Veranstaltungsreihe durch mehrere interreligiöse Dialog-Veranstaltungen – mal christlich islamisch, mal christlich-buddhistisch.

„Wir möchten die interreligiöse Arbeit weiter vorantreiben, weil der Dialog fundamentalistischen Tendenzen entgegenwirkt “, erklärte Sepp Steinbücher. So plant er die Gründung eines christlich-islamischen Gesprächskreises. Außerdem soll es im künftigen Bürgerpark auf dem Gartenschau-Gelände einen „Baum der Religionen“ bzw. „Baum des Friedens“ geben. Steinbüchler zitierte den Theologen Hans Küng: „Es gibt keinen Frieden zwischen den Nationen ohne Frieden zwischen den Religionen. Es gibt keinen Frieden zwischen den Religionen ohne den Dialog der Religionen.“ Außerdem plant der Kulturverein für die Gartenschau Auftritte von Folkloregruppen sowie das Erzählen internationale Märchen, auch für Erwachsene.

„Die Stadt Pfaffenhofen weiß, welch wertvolle Arbeit der Internationale Kulturverein bei der Integration leistet“, erklärte der Integrationsreferent Reinhard Haiplik. Der Stadtrat unterstütze den Verein daher mit jährlichen Zuschüssen und die Stadt habe jetzt auch hauptamtliche Kräfte für Integration eingestellt. Frederike Gerstner, die seit Februar hier tätig ist, stellte die bisherigen Aktivitäten und Projekte der Integrationsstelle vor, die sich vor allem als Netzwerk- und Anlaufstelle für Menschen mit Migrationshintergrund noch weiter ausbauen will.


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Ehrungen beim Internationalen Kulturverein (v. l.):
Gabi Dettke, Manfred Büttner, Maria Yu, Sepp Steinbüchler,
Marita Emrich, Renate Popp.
Foto: E. Steinbüchler


Zum Abschluss bedankte Sepp Steinbüchler sich bei einigen Mitgliedern, deren Aufgabenfeld in den letzten Monaten besonderen Einsatz erforderte: AK Asyl-Leiterin Gabi Dettke, Manfred Büttner, Kassiererin Marita Emrich und die beiden Kassenprüferinnen Renate Popp und Maria Yu freuten sich über Blumen und ein Geschenk.


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Hinweis zum Shop-Angebot beim Bildungsspender

Amazon hat zum 30.9.2016 die Kooperation mit allen Charity-Plattformen beendet und streicht damit sein Engagement im gemeinnützigen Bereich drastisch zusammen. Damit endet die Kooperation des Bildungsspenders mit Amazon. Wir empfehlen Ihnen, beim Bildungsspender die Produktsuche und den dazugehörigen Preisvergleich auszuprobieren. Sie werden feststellen, dass Sie in den meisten Fällen Ihr gewünschtes Produkt nicht nur bei einem anderen Shop, sondern in vielen Fällen sogar zu einem günstigeren Preis als bei Amazon finden können. Der Link zur Produktsuche beim Bildungsspender ist https://www.bildungsspender.de/ikvp/productsearch.


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Pfaffenhofener Gebets- und Meditationsgruppen stellten sich vor

Der Themenabend „Gebet und Meditation im Christentum und Buddhismus“ bot am 13. Oktober 2016 im Festsaal des Rathauses den richtigen Rahmen nicht nur für einen Vortrag von Professor Stefan Bauberger (siehe gesonderter Bericht unten), sondern auch für das Kennenlernen mehrerer örtlicher Gebets- und Meditationsgruppen.

Verschiedene christliche und auch buddhistische Gruppen gibt es in und um Pfaffenhofen, und einige von ihnen stellten sich an diesem Abend vor. Als wichtiges gemeinsames Element, das von allen praktiziert wird, nannte Pastoralreferent Sepp Steinbüchler, der Organisator und Moderator des Abends, die Stille. „In der vollkommenen Stille hört man die ganze Welt“, zitierte er Kurt Tucholsky.


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Das Bild zeigt von links:
Ludwig Schafft, Hans Schlatterer, Prof. Dr. Stefan Bauberger, Heinz Roiger,
Dagmar Muggenthaler, Peter Dorn, Beate Niedermeier, Sepp Steinbüchler.
Foto: E. Steinbüchler


Eine offene Zen-Gruppe unter der Leitung von Franz Sendtner stellte Peter Dorn kurz vor. Gemeinsames Sitzen und Schweigen, dazwischen meditatives Gehen und zum Abschluss das Lesen von Literatur des Zen-Buddhismus stehen auf dem Programm der Treffen, an denen alle Interessierten teilnehmen können. Jeden Freitagabend (außer in den Ferien) trifft sich die Gruppe um 20 Uhr im Meditationsraum des katholischen Pfarrheims Pfaffenhofen.

Der Buddhist Ludwig Schafft präsentierte den Verein Buddhayana, der vor 20 Jahren in Stadel bei Waidhofen einen alten Stadel in ein Meditationshaus mit Übernachtungstrakt umgebaut hat, das auch häufig für Seminare und Besuche genutzt wird. Jeden Dienstag um 18.45 Uhr treffen sich Mitglieder und Interessierte hier zur Meditation und zum Lesen buddhistischer Texte.

Drei Taizégruppen gibt es in Pfaffenhofen, und sie verstehen sich nicht als Konkurrenten, sondern sie ergänzen sich und laden abwechselnd in ihre verschiedenen Räume ein. Taizélieder, Zeiten der Stille sowie Texte und eventuell Gespräche bilden das Programm der Taizéabende. Ein Höhepunkt ist dabei die gemeinsame „Nacht der Lichter“, die heuer am 13. Dezember 2016 um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist stattfindet.

Beate Niedermeier und Hans Schlatterer stellten die drei Gruppen kurz vor. Bereits seit 1994 gibt es die Taizégruppe der evangelischen Gemeinde. Sie trifft sich zweimal im Monat freitagabends in der Kreuzkirche. Seit 2004 gibt es den „Oasenabend“ im katholischen Pfarrheim Pfaffenhofen, der immer am 2. oder 3. Dienstag im Monat stattfindet. Und seit 2010 lädt auch die Pfarrei Niederscheyern sechsmal im Jahr zum Taizégebet in die Niederscheyerer Kirche ein.

Ein „Christlich-Buddhistisches Center“ hat Dagmar Muggenthaler an der Spitalstraße 1 eröffnet. Zusammen mit dem buddhistischen Meditationslehrer Heinz Roiger aus Fürstenfeldbruck lädt sie an bestimmten Terminen zu Meditationsabenden ein. Die nächsten Treffen sind am 28. Oktober und 25. November 2016 jeweils um 19.30 Uhr.


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Bericht zu "Gebet und Meditation im Christentum und Buddhismus"

Vortrag von Professor Stefan Bauberger mit Vorstellung Pfaffenhofener Gruppen

„Das war keine leichte Kost, sondern eine Herausforderung“, resümierte Sepp Steinbüchler, Pastoralreferent der katholischen Stadtpfarrei St Johannes Baptist und Vorsitzender des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen, am Ende des Vortragsabends am 13.10.2016 im Festsaal des Rathauses. Bei dieser letzten großen Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen und Interreligiösen Tage 2016 referierte Professor Dr. Stefan Bauberger SJ über „Gebet und Meditation im Christentum und Buddhismus“. Im Anschluss stellten sich mehrere Pfaffenhofener Gebets- und Meditationsgruppen den 70 interessierten Besuchern vor (siehe gesonderten Bericht oben) und es gab Gelegenheit zu Fragen, Diskussionen und Gesprächen.

Stefan Bauberger ist katholischer Priester und Jesuit, hat in Physik promoviert, in Philosophie habilitiert und ist zugleich autorisierter Zen-Meister. An der philosophisch-theologischen Ordenshochschule München ist er als Professor für Naturphilosophie und Wissenschaftstheorie tätig und gleichzeitig Lehrbeauftragter für Fragen des Buddhismus. Im Jahr 2011 hat er das Meditationshaus „Nordwald-Zendo“ in Spiegelau im Bayrischen Wald gegründet, das er auch leitet.

Schon als Jugendlicher, so erzählte Bauberger, sei er durch den Jesuiten Pater Lassalle, der als katholischer Missionar und buddhistischer Zen-Meister im japanischen Hiroshima wirkte, mit der Zen-Meditation in Berührung gekommen. Heute finden viele Christen eine Bereicherung ihres Gebets- und Glaubenslebens durch Übungen der Zen-Meditation oder anderer buddhistischer Meditationsweisen. In seinem Vortrag verglich Bauberger Gebet und Meditation in Christentum und Buddhismus und setzte sie miteinander in Beziehung.


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„Gebet und Meditation im Christentum und Buddhismus“ war das Thema am 13.10.2016 im Pfaffenhofener Rathaus.
Unsere Bilder zeigen von links: Prof. Dr. Stefan Bauberger am Pult und Sepp Steinbüchler mit Prof. Dr. Stefan Bauberger.
Foto: E. Steinbüchler


Die Begegnung von Christentum und Buddhismus bezeichnete Stefan Bauberger als „epochales Ereignis“, denn da passiere eine Veränderung, „die für beide Religionen unumkehrbar ist und ins Herz der beiden Religionen eindringt“. So sei die Meditation schon Teil des Christentums geworden, aber auch im Buddhismus habe es – angeregt durch christliches soziales Engagement – Veränderungen gegeben in Richtung Solidarität mit Armen und Bedürftigen. „Das ist doch die Idealform von interreligiösem Dialog“, betonte Professor Bauberger, denn „durch die Begegnung mit einer anderen Weltsicht kann man sich verändern, ohne dass man so werden muss wie der andere“.

Wenn heute das Christentum bisweilen als naiv bezeichnet werde und der Buddhismus als viel abgeklärter und moderner, gehe das an der Realität im „gelebten“ Buddhismus vorbei, meine Bauberger: „Laien-Buddhisten üben ihre Religion ähnlich aus wie Christen“, erklärte er und nannte Gebete, Rituale und sogar Reliquienverehrung als Beispiele für solche Gemeinsamkeiten.

Auch die Stille – bei den Christen von jeher in der Anbetung, bei den Buddhisten in der Meditation – ist ein wichtiges gemeinsames Element. Bauberger ging auf die Zen-Meditation ein, die mit langem Schweigen und stillem Sitzen „eine harte Sache“ sei: „Das ist der Tod des Ego und eine echte Herausforderung“. Er bezeichnete Meditation als „Gebet ohne Rede, ohne Zweck, ohne Ego-Struktur“. Dabei gehe es darum „zu erkennen, dass es hinter den relativen Problemen etwas Absolutes gibt“, auch wenn man dieses Absolute – oder Göttliche – niemals ganz erfassen oder definieren könne. Allerdings, so Bauberger weiter, „entspricht es nicht unserem Menschsein, nur in der Stille zu bleiben“. Somit gebe es auch keinen Widerspruch zwischen Gebet und Meditation, sondern eine gegenseitige Ergänzung. Und natürlich sei es in jedem Fall wichtig, sich der Welt wieder zuzuwenden und sich gestärkt den Herausforderungen des Alltag zu stellen.


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Gebet und Meditation im Christentum und Buddhismus

„Gebet und Meditation im Christentum und Buddhismus“ heißt die letzte große Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen und Interreligiösen Tage 2016 des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen.


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Professor Dr. Stefan Bauberger von der philosophisch-theologischen Ordenshochschule München spricht am Donnerstag, 13. Oktober 2016, ab 19.30 Uhr im Festsaal des Rathauses. Im Anschluss stellen sich verschiedene Pfaffenhofener Gebets- und Meditationsgruppen vor. (mehr ...)


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Islambeauftragter Dr. Oechslen zu Gast in Pfaffenhofen: „Es geht um das Bemühen zu verstehen“

Ein hochbrisantes Thema – die Gewalt im Islam – war Anlass für einen Vortrag, zu dem der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen im Rahmen seiner Interkulturellen und Interreligiösen Tage 2016 den Islambeauftragte der Evangelischen Landeskirche, Dr. Rainer Oechslen, eingeladen hatte. Sein Referat beschäftigte sich aber ebenso mit der Gewalt im Christentum und trug den Titel „Koran und Bibel: Quellen des (Un-)Heils?“.


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In Pfaffenhofen gibt es seit zehn Jahren den interreligiösen Dialog zwischen Christen und Muslimen unter der Leitung von Pastoralreferent Sepp Steinbüchler, katholischer Theologe und Vorsitzender des Internationalen Kulturvereins. Über 1.000 Muslime gibt es schon seit Jahren in Pfaffenhofen, erläuterte Steinbüchler, und hinzu kommen in jüngster Zeit noch rund 250 Flüchtlinge und Asylbewerber, von denen die meisten Sunniten sind. „Der Anlass für den heutigen Vortrag ist hochpolitisch“, erklärte Steinbüchler mit Blick auf den IS-Terror und zunehmende Ängste und Unsicherheiten „Aber auch in der Vergangenheit des Christentums wurde Gott oft missbraucht für Gewalt und Kriege“, erinnerte Steinbüchler und leitete damit zu der Frage über, ob Religion als solche gefährlich sei und ob Gewalt womöglich durch Bibel und Koran gefördert werde.

Dieser Frage ging Dr. Rainer Oechslen in seinem Vortrag nach, den er den 60 Zuhörern im Festsaal des Rathauses als „so etwas wie Bibel- und Koranarbeit oder wie eine ganz ausführliche Predigt“ ankündigte. Sowohl aus der Bibel als auch aus dem Koran zitierte er ausgewählte Stellen, die mit Gewalt zu tun haben, und legte sie aus. Was aus dem Zusammenhang gerissen brutal und gewalttätig erscheint, ist nämlich ganz anders zu verstehen, wenn man den Kontext und die Hintergründe kennt. Hinzu kommen noch falsche oder zweideutige Übersetzungen, die oft zu Missverständnissen führen.

So seien mit den oft zitierten „Ungläubigen“ keineswegs alle Christen und Juden gemeint, sondern alle „Undankbaren“, die nicht für die Schöpfung Gottes dankbar seien. Immerhin steht ja auch im Koran: „Unser Gott und euer Gott sind einer. Ihm sind wir ergeben.“

Nur wer sich intensiv und lange mit den Schriften beschäftige, könne die oft schwierigen Texte wirklich erfassen, meinte Dr. Oechslen. Und gerade der Koran sei nicht leicht zu verstehen: „Das ist nicht Prosa, sondern Poesie und auf Anhieb ebenso schwer zu begreifen wie manche Gedichte.“ Oder, wie ein Zuhörer es ausdrückte: „An diesen Texten muss man länger kauen.“

In der bekannten Bibelstelle „Auge um Auge, Zahn um Zahn...“ im Alten Testament gehe es keineswegs um Rache oder grausame Bestrafung, sondern um einen finanziellen Schadenersatz für verschiedene Verletzungen, stellte der evangelische Theologe und Islam-Experte klar. „Das muss man juristisch begreifen, es ist eine Art Sozialgericht.“ Auch im Neuen Testament gibt es ähnliche Stellen und sogar in der Bergpredigt ist vom Ausreißen des eigenen Auges und vom Abhacken der eigenen Hand die Rede. „Stünde das im Koran, würde Frau von Storch sagen, das muss man wörtlich nehmen“, meinte Rainer Oechslen mit Blick auf die Berliner AfD-Chefin. Dabei bedeute diese Bibelstelle vielmehr, dass mancher Entschluss und mancher Verzicht so weh tun könne wie körperlicher Schmerz.

Ursprünglich, so führte Dr. Oechslen aus, habe Mohammed mit seiner Lehre Frieden stiften wollen. Er sei zwar kein Pazifist gewesen und habe Widerstand erlaubt, aber Angriffskrieg und Friedensbruch verboten. Als „Kern des Islam“ bezeichnete der Referent das Bemühen auf dem Weg Gottes, die Gottergebenheit und die Dankbarkeit für die Schöpfung. Zudem appelliere der Koran an die Vernunft des Menschen.

„Friedlich liest sich anders“, hielt ein Zuhörer dagegen und Oechslen stellte klar, dass er nichts beschönigen wolle, sondern dass es ihm in diesem Vortrag um die Auslegung der Schrift gehe. „Ich möchte auf die Wurzeln zurückgreifen und eine Vertiefung in die derzeitigen Diskussionen bringen.“ Zumeist gehe es auch gar nicht um Religion, sondern um politische Machtspiele, um gesellschaftliche und kulturelle Hintergründe, meinte er und betonte: „Terror ist ein Zeichen der Schwäche, nicht der Stärke. Der IS ist im Irak auf dem Rückzug – jetzt versuchen sie, den Terror nach Europa zu bringen.“

Auf Integrationsprobleme in Deutschland – auch ganz konkret in Pfaffenhofen – angesprochen, meinte Dr. Oechslen: „Viele Migranten leben noch, symbolisch gesprochen, mit gepackten Koffern. Wir müssen das Signal geben: Ihr müsst Eure Identität nicht überbetonen, Ihr müsst Euch nicht verschleiern, damit wir Euch akzeptieren.“ Für ein besseres Miteinander sei eine Fortsetzung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs ganz wichtig. „Und vor allem geht es um das Bemühen zu verstehen."


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Vernissage zur Ausstellung "Die Kunst deines Nachbarn III, Afrikanische Kunst"

Ungewohnte Einblicke in eine andere Welt gibt die „Kunst deines Nachbarn“, die in der Städtischen Galerie im Haus der Begegnung bis 16.5.2016 zu sehen ist. Afrikanische Kunst ist diesmal das Thema der Ausstellung, die im Rahmen der Interkulturellen und Interreligiösen Tage des Internationalen Kulturvereins läuft.

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So ungewohnt die ausgestellten Figuren, Masken und Bilder für uns sind, so „anders“ war auch der Blick in die Runde bei der Vernissage am Freitagabend: Über 100 Besucher drängten sich in der Galerie und darunter waren etwa 30 Schwarzafrikaner, teilweise in wunderschönen, farbenfrohen Gewändern. Weit gespannt wurde auch der Bogen bei der musikalischen Umrahmung des Abends: Nach zauberhaften Klängen und Gesängen von Tormenta Jobarteh und seiner „Kora“, einer 21-saitigen Harfenlaute, bot die Gruppe Tamatogo aus Geisenfeld mitreißende Trommelmusik, bei der auch getanzt wurde.

So riesig der „schwarze Kontinent“ ist, so vielfältig und unterschiedlich sind auch die afrikanischen Kulturen. Die Ausstellung vermittelt einen kleinen Eindruck davon: Neben den bekannten Masken, die wir für „typisch afrikanisch“ halten, sowie Gefäßen, Figuren und Objekten aus dem Privatbesitz afrikanischer Mitbürger hängen auch zwei Bilder von Asylbewerbern.

Außerdem beteiligen sich drei Berufskünstler, die auch bei der Vernissage anwesend waren, mit sehr unterschiedlichen Werken: Vivian Timothy, die aus Nigeria stammt, zeigt traditionelle Muster und das Bild einer afrikanischen Weberin in Acryl. Rawle Harper, der in Oberpaindorf lebt und als Lehrbeauftragter an der Kunstakademie in München tätig ist, hat zwei ebenso großformatige wie großartige Kohlezeichnungen mit den Titeln „Krieg“ und „Vergewaltigung“ gefertigt. Daneben präsentiert die Ingolstädter Künstlerin Beate Diao, deren Mann aus dem Senegal stammt, sehr ansprechende Skulpturen und Lichtobjekte.

Carine Raskin-Sander, aus Frankreich stammende Künstlerin mit Wohnsitz in Hettenshausen, hat die spannende Ausstellung nach langer Vorarbeit, zahlreichen Gesprächen und langwierigen Recherchen zusammengestellt. Sie bedankte sich bei allen Helfern, dem Internationalen Kulturverein und seinem AK Asyl sowie der Stadt Pfaffenhofen für die Unterstützung und vor allem bei vielen in und um Pfaffenhofen lebenden Afrikanern, die ihr ihr Vertrauen geschenkt und Kunstwerke zur Verfügung gestellt haben.

Ein besonderes Dankeschön gilt allerdings der Organisatorin selbst, wie Reinhard Haiplik in seiner Eröffnungsrede betonte. Nach türkischer und asiatischer Kunst ist die jetzige Ausstellung bereits die dritte in der Reihe der „Kunst deines Nachbarn“, die Carine Raskin-Sander sehr aufwendig und sehr erfolgreich kuratiert hat. Haiplik wünschte der Ausstellung, die „ein Glanzpunkt der Interkulturellen Tage“ ist, dass sie für manche Pfaffenhofener „eine Initialzündung“ werden könnte, um sich mit afrikanischer Kunst und Kultur zu beschäftigen. Neben Bildender Kunst und Musik ist auch die Dicht- und Erzählkunst in Afrika weit verbreitet. Tormenta Jobarteh, der in Gambia aufgewachsen ist, entführte die Besucher der Vernissage in das Reich afrikanischer Geschichten, Mythen und Gesänge. Er verzauberte sie mit seinem virtuosen Spiel auf der Kora, einer aus einem Kürbis gebauten und mit Kuhhaut bezogenen „magischen Harfe“.

Viel Applaus gab es auch für Germaine und Christelle, die ein Gedicht von Léopold Sédar auf Französisch und Deutsch vortrugen. Interessante Erläuterungen zu zwei großen Figuren, die den Ausstellungsraum dominieren, gab die Galeristin Margit Büchler. Weitere Erklärungen für alle Interessierten gibt es an den beiden nächsten Sonntagen, 1. und 8. Mai, jeweils um 16 Uhr bei Führungen durch die Ausstellung. Am 8. Mai um 16 Uhr bietet Margit Büchler außerdem eine allgemeine Einführung in die afrikanische Kunst.


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Großes Lob für Auftaktveranstaltung zu den Interkulturellen und Interreligiösen Tagen 2016

Die Auftaktveranstaltung zu den Interkulturellen und Interreligiösen Tagen 2016 wurde am 8.4.2016 von der Unterbiberger Hofmusik mit ihrem Programm "Bavaturka" und einem Gastmusiker, dem Ud-Virtuosen (orientalische Laute) Şeref Dalyanoğlu gestaltet. Ralph Steffen, Medienhaus Kastner, beschreibt den gelungenen Abend in seinem Artikel "Vom Zwiefachen zum türkischen Tango".


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AK Asyl braucht Verstärkung: Ehrenamtliche Mitarbeiter in Pfaffenhofen gesucht!

Die Asylhelfer in Pfaffenhofen brauchen Verstärkung: Der AK Asyl im Internationalen Kulturverein sucht dringend neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (mehr ...)


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Interkulturelle und Interreligiöse Tage 2016

„Sich neu verstehen lernen“: Unter dieses Motto stellt der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen seine Interkulturellen und Interreligiösen Tage 2016. Dabei wird es diesmal keine geballte Veranstaltungsreihe über wenige Wochen geben, sondern die Termine werden übers Jahr verteilt – allerdings mit einem Schwerpunkt in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten.

Unter dem folgenden Link erreichen Sie den Flyer für die interkulturellen Tage 2016 (ein PDF-Dokument mit ca. 1,8 MB, Dateiname: Flyer-interkulturelle-Tage-2016.pdf) zum Herunterladen.

(mehr zum Kernprogramm)


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Von Pakistan nach Bayern: Kennenlernfest

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In einer Asylbewerberunterkunft in Pfaffenhofen, in der seit November 60 Pakistani untergebracht sind, gab es für Helfer, Bewohner, Nachbarn im Februar 2016 ein Kennenlernfest. (mehr ...)


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Die Spendensumme für die Ohren-OP von Mohammed ist seit 1.2.2016 erreicht!

Der Aufruf zu Spenden für die Ohren-OP von Mohammed aus Somalia vom November 2015 war erfolgreich. Die notwendige Summe ist durch Ihre Spenden erreicht.


Mohammed aus Somalia


Dafür allen Spendern an dieser Stelle herzlichen Dank. (mehr ...)


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Sparda-Bank spendet 5.000 Euro für Integrations- und Flüchtlingsarbeit

Die Integrations- und Flüchtlingsarbeit des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen unterstützt die Sparda-Bank mit 5.000 Euro. Nachdem Hermann Klement (rechts), der Leiter der Sparda-Bank-Geschäftsstelle Pfaffenhofen, bereits 5.000 Euro an den Verein „Familien in Not“ übergeben hatte, überreichte er jetzt die gleiche Summe an den Vorsitzenden des Internationalen Kulturvereins, Sepp Steinbüchler (links). Das Geld stammt aus dem Etat des Gewinn-Sparvereins, mit dem die Sparda-Bank München ihren Kunden einen zusätzlichen Anreiz zum Sparen bietet und zugleich Gewinne und Spenden ausschüttet. Wie Sepp Steinbüchler erläuterte, wird der Internationale Kulturverein einen Teil der 5.000 Euro für seine Asylarbeit und einen Teil für die Interkulturellen Veranstaltungen des Jahres 2016 verwenden.


Spende-sparda-2015-12-k.JPG Foto: E. Steinbüchler


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Ab Januar 2016 neue Anlaufstelle beim IKVP

Um den Mitgliedern des Vereins, Migranten und Asylbewerbern eine Anlaufstelle bieten zu können, hat der Kulturverein einen Raum im früheren BRK-Haus an der Rot-Kreuz-Straße gemietet. Hier sollen künftig regelmäßige Sprechstunden für Gespräche, Beratungen usw. angeboten werden. Die Stadt Pfaffenhofen unterstützt die Arbeit des Internationalen Kulturvereins und seines AK Asyl mit jährlichen Zuschüssen.


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