Kempten

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Wo Menschen und Kulturen sich begegnen - Besuch beim Haus International in Kempten am 14.11.2009

Wie schaut es in anderen Städten aus, wenn man die interkulturelle Arbeit näher unter die Lupe nimmt? Welche Erfahrungen gibt es dort mit dem politischen Gremium eines Integrationsbeirates? Diesen Fragen ging der Vorstand des Internationalen Kulturvereins am 14.11.2009 einen ganzen Samstag nach, als sie eine Informationsfahrt in die Stadt Kempten unternahmen.

Haus "International" in Kempten
Das Haus "International" in Kempten
Der als Pädagoge beschäftigte Rudi Goschler (vierter von links) führte die Mitglieder des
Vorstandes des Internationalen Kulturvereins durch das „Haus International Kempten e.V.“


Seit über 20 Jahren existiert dort der Verein „Haus International Kempten e.V.“ Mit großem Erfolg betreibt er ein „Haus der Kulturen“, das vielen Ländergruppen, städtischen Initiativen und Organisationen, Beratungs- und Bildungseinrichtungen, zugewanderten und einheimischen Bevölkerungsgruppen einen idealen Ort gibt für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Diskussionen oder Feste. Einer der beiden hauptamtlich angestellten Pädagogen führte die interessierten Mitglieder des Vorstandes durch das Haus und erläuterte die Schwerpunkte der interkulturellen Arbeit: Kultur und Begegnung, Kinderbetreuung, Jugendtreff, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit. Finanziell wird diese Internationale Begegnungsstätte im wesentlichen von der Stadt Kempten getragen, wobei auch Zuschüsse des Freistaates Bayern sowie Spenden und Eigenmittel in den Gesamtetat einfließen. Die städtische Volkshochschule veranstaltet im Haus seit Jahren Integrations- und Sprachkurse. Besonders wies der Geschäftsführer Rudi Goschler auf die sehr gute Zusammenarbeit mit weiteren städtischen Organisationen hin, insbesondere den Integrationsbeirat der Stadt Kempten und Selbstorganisationen.

Während am Vormittag der Vorstand sich ausgiebig über das Haus informieren ließ, standen am Nachmittag Gespräche über die politische Arbeit des Integrationsbeirates der Stadt Kempten an. Stadtrat und Integrationsbeauftragter der Stadt Pfaffenhofen, Reinhard Haiplik erfuhr mit dem dortigen Integrationsbeiratsmitglied Rudi Goschler einen kompetenten Gesprächspartner. Dieser erzählte den Werdegang dieses wichtigen städtischen Gremiums, das aus dem früheren Ausländerbeirat hervorging. Besonders gelungen ist damit die engere Vernetzung vom Mitspracherecht der vielen integrationsrelevanten städtischen Organisationen und den Ausländern, genauso wie die eng verflochtene städtische und internationale Kulturarbeit. Jedes Jahr finden im Herbst gemeinsam zwischen dem Haus International und dem Integrationsbeirat Interkulturelle Wochen statt. Jeden Sommer gibt es ein großes Kultur- und Begegnungsfest auf Burghalde, das jeweils ihren Höhepunkt mit einem attraktiven Konzert im städtischen Freilichttheater findet.

In der abschließenden gemeinsamen Diskussion ergaben sich viele Anregungen, die die Vorstandsmitglieder mit nach Pfaffenhofen nahmen. Man will noch weitere Städte in einem ähnlichen Größenverhältnis wie Pfaffenhofen besuchen und sich auch dort vor Ort differenziert informieren, bevor man dem hiesigen Stadtrat einen ersten Satzungsentwurf eines eigenen Integrationsbeirates vorlegen will. Dabei will man sich zum Teil strukturell inhaltlich auch an der bisherig erfolgreichen Einrichtung des städtischen Jugendparlamentes anlehnen, wie Reinhard Haiplik zum Abschluss des Informationsbesuches resümierte.