Mitgliederversammlung 2020

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Aktivitäten und Herausforderungen des Internationalen Kulturvereins

Ein Rückblick auf die Aktivitäten des Jahres 2019 und eine Vorschau auf das Programm der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen 2020 standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen (IKVP) am 4. März 2020 im Hofbergsaal. Darüber hinaus ging es aber auch um den aktuellen Vorfall an der Moschee und die Forderung nach stärkerer Integrationsarbeit (siehe gesonderten Bericht auf der "Startseite").

Die mittlerweile 7. Interkulturellen Wochen beginnen am 20. März mit der Eröffnung der neuen Ausstellung in der Reihe „Kunst deines Nachbarn“, die sich diesmal dem schwierigen Thema der Kunst aus dem Roma- und Sinti-Kulturkreis widmet. Bis zum Friedensgebet am 23. Juni stehen insgesamt elf Veranstaltungen auf dem Programm, und einen „Nachschlag“ gibt es dann noch im Herbst (Programm siehe "Termine des IKVP").


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Das Programm der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen 2020
stellte der IKVP-Vorsitzende Sepp Steinbüchler vor.
U. a. wird es eine Karikaturenausstellung im Rathaus geben.
Foto: E. Steinbüchler


In seinem Jahresbericht ging der Vorsitzende Sepp Steinbüchler auf die Themen und Veranstaltungen des vergangenen Jahres ein, die vom zehnjährigen Bestehen des IKVP geprägt waren. Neben einer unterhaltsamen Jubiläumsfeier und einer beeindruckenden Theateraufführung der Berlinger Compagnie zum Thema Europa–Afrika war die Aufstellung der Friedensstele im Bürgerpark ein wichtiger Höhepunkt. Das vom Schrobenhausener Bildhauer Richard Gruber geschaffene Kunstwerk war durch Mitgliedsbeiträge des Vereins sowie Unterstützung der Stadt Pfaffenhofen, der örtlichen Kirchen und Kulturvereine sowie der Sparkasse und der Hallertauer Volksbank finanziert worden. Die ausdrucksstarke Bronzestele stellt ein bleibendes Mahnmal an den Frieden unter den Religionen und den Kulturen dar.

Wegen der anstehenden Sanierung der Ilmtalklinik hatte der Verein im vergangenen Jahr gemeinsam mit den örtlichen Kirchen und Religionsgemeinschaften Verhandlungen mit dem Landkreis geführt. Dabei ging es zum einen um eine Erhaltung der Krankenhauskapelle an geeigneter, leicht zugänglicher Stelle, um die Einrichtung deines Abschiedsraums für trauernde Angehörige und um die Schaffung eines Raumes der Stille als Gebets- und Meditationsraum für alle Religionen. „Nach den Wahlen werden wir darüber wohl den neuen Landrat und den Kreistag informieren und weiter verhandeln müssen“, erklärte Sepp Steinbüchler.

Die Flüchtlingsunterkunft an der Senefelder Straße, die bisher größte Unterkunft in Pfaffenhofen mit bis zu 50 Asylbewerbern, wurde im vergangenen Jahr geschlossen. Steinbüchler richtete ein herzliches Dankeschön an Christine Scherg und weitere Ehrenamtliche für die Betreuung der Pakistani, die jetzt auf andere Wohnungen in Pfaffenhofen und Umgebung verteilt wurden. Stellvertretend für Gabi Dettke, die erkrankt war, berichtete Steinbüchler über den AK Asyl und die aktuellen Flüchtlingszahlen. Da hat sich, abgesehen von der Senefelder Straße, gegenüber dem Vorjahr wenig verändert. Derzeit leben 138 Asylbewerber in 15 Unterkünften in Pfaffenhofen. Die Wohnungen sind zum Teil sehr voll bzw. überbelegt. Viele Afghanen und Pakistani haben negative Asylbescheide bekommen und haben daher Angst vor Abschiebung. Andere Flüchtlinge haben große Probleme bei der Suche nach Wohnungen oder nach Lehrstellen bzw. Arbeitsplätzen.

Über weitere Aktivitäten berichteten mehrere Vorstandsmitglieder des Internationalen Kulturvereins. So hat Christine Kuplent im Interkulturellen Frauenbegegnungszentrum der Caritas eine Gruppe für Interreligiösen Dialog ins Leben gerufen. Marita Emrich plant mit weiteren aus Rumänien stammenden Interessierten die Gründung eines rumänisch-deutschen Kulturvereins. Monika Schratt hat die Leitung des Bündnisses „Pfaffenhofen ist bunt“ an Richard Zeitler abgegeben, und der will demnächst zu einer Demo „gegen Rechts“ aufrufen. Als Schatzmeisterin des IKVP gab Marita Emrich einen Kassenbericht, und nach dem positiven Votum der kassenprüferinnen Renate Popp und Maria Yu konnten die Mitglieder dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilen.